Besteigung des Mont Blanc (4807 m) vom 5. – 9. August 2006

Gletscher bei Längflueh-Hütte
Auf dem Dach Europas

Mont Blanc, der Traum eines jeden Alpinisten. Für eine Gruppe Bergsteiger der DAV-Sektion Rottal -Neumarkt St. Veit - erfüllte er sich im August diesen Jahres.

Die 17-köpfige Mannschaft fuhr am 5. August Richtung Saas Fee im schweizer Wallis, wo eine Akklimatisationstour auf einen “kleinen 4000er“ geplant war. Die Besteigung des 4206 m hohen Alphubels gestaltete sich wegen Neuschnee und widriger Witterung sehr schwierig. Nach endloser Wegsuche, durch das Spaltenlabyrinth, Nebel und Graupelschauer erreichte am Nachmittag doch noch ein Teil der Truppe den stürmischen Gipfel des Alphubels.

1400 m tiefer in der schützenden Längflue–Hütte wurde der Triumph gebührend gefeiert. Auf dem ca.150 km langen Transfer nach Chamonix tauchte plötzlich die gleißend weiße Gipfelkuppe des Mont Blanc aus den Wolken auf. Um fast 4000 Meter überragt er das Tal, in das er seine zerklüfteten Gletscher entsendet. Mit der in die Jahre gekommenen „Tramway du Mont Blanc“ fuhren die Bergsteiger bis auf 2370 m. Der restliche Weg zum Refuge de Tête Rousse ( 3167m) musste zu Fuß zurückgelegt werden.

Von der modernen Hütte aus hatte man bereits einen Einblick in die 650m hohe Flanke der Aiguille de Goûter, mit der Schlüsselstelle, einer steilen Eisrinne, die zu queren war. Bedingt durch die Aufregung und die Höhe war in der kurzen Nacht vor dem Aufstieg an Schlaf kaum zu denken.

Noch im Dunklen stolperte der Tross, mit Stirnlampen und Steigeisen, zur ersten Etappe. Zweieinhalb Sunden später war die schneebesetzte, gut gestufte Wand zum Refuge de Goûter (3863 m) durchstiegen. Von hier starten die meisten Gipfelaspiranten. Nach kurzer Rast zogen die beiden Seilschaften bei bestem Wetter und herrlicher Sicht die Schneehänge zum Dôme de Gôuter hinauf.

Hier eröffneten sich fantastische Ausblicke auf die Nachbargipfel der Mont Blanc Gruppe. Am Vallot Biwak ( 4362 m) vorbei, kämpfte sich die Truppe Schritt für Schritt, durch die dünne Luft, den Bossesgrat hinauf. Der Firngrat wurde immer schmaler bis er sich plötzlich zurücklegte. Die Strapazen hatten ein Ende, das Glück war kaum zu fassen, der „Punkt: 4810 “war erreicht. Sie standen auf „des Monarchen eisgem Haupt .“ Die Welt lag ihnen zu Füssen. Der Blick schweifte in die Ferne, auf alle 4000er der Alpen und runter ins Tal.

Langsam kroch die Kälte in die Glieder und die Gipfelstürmer mussten sich an die 1800 Höhenmeter Abstieg zur Hütte machen, die sie nach insgesamt vierzehn Stunden wohlbehalten erreichten.

Ausgelassen wurde der Erfolg, bis zur Hüttenruhe, gefeiert. Nach einer traumlosen Nacht machten sich alle auf den Weg ins Tal. Bei einem Bummel durch Chamonix, der „Welthauptstadt des Bergsteigens“, wurde der Gipfel des Mont Blanc, den elf von siebzehn Sektionsmitglieder erreicht hatten, noch mal sehnsüchtig betrachtet. Ein tiefes Gefühl der Befriedigung erfüllt sie am Denkmal der Erstbesteiger, die auf den Tag genau vor 220 Jahren, auf dem Gipfel standen.

An diese erlebnisreichen Tage werden sich die Bergfreunde noch lange erinnern, an denen für sie ein Bergsteigertraum in Erfüllung ging.
Spaltenzone Alphubel
Aufstieg zur Gouter-Hütte
Aiguilles de Chamonix vom Dome de Gouter

Blick auf Bossesgrat

Petit Boss

Trabanten des Mont Blanc
Bossesgrat unter Gipfel
Denkmal mit Mont Blanc

Gipfelstürmer vor Tete-Rousse-Hütte